Meine Erfahrung als Rangerin

Meine Erfahrung als Rangerin

Ich bin Lena, 22 Jahre jung und ich war im Sommer 2020 Rangerin beim Kanu Trip in  Schweden. Als ich bei Facebook auf das Jobangebot vom Kanu Trip stieß, war ich direkt begeistert und  bewarb mich, ohne länger darüber nachzudenken.  

Die Vorstellung, den Sommer über in der Natur Schwedens zu verbringen, fand ich  aufregend und daher freute es mich umso mehr, als ich nach einem Vorstellungsgespräch über Skype für den Job angenommen wurde. Vor meiner Reise gab es noch Online Meetings mit den anderen Kanu Trip Rangern und es war schön, alle dort einmal vorab kennenzulernen. 

In Schweden angekommen

In Schweden angekommen, ging es auch schon los. Wir bekamen alle Informationen, die wir wissen mussten, um das Camp zu leiten und bereiteten die letzten Details vor, sodass wir die Teilnehmer begrüßen konnten. Zu unseren Vorbereitungen gehörte auch, den Kanu Trip selbst zu machen. Dabei achteten wir vor allem auf die verschiedenen Routen. Es war uns wichtig herauszufinden, ob alle Bereiche des Sees ohne Probleme zu erreichen sind oder ob es Hindernisse gibt, die auf der Karte nicht eingezeichnet waren. Wir notierten uns außerdem die schönsten Anlegestellen, damit wir diese unseren Teilnehmern empfehlen können. 

Wir notierten uns außerdem die schönsten Anlegestellen, damit wir diese unseren Teilnehmern empfehlen können.

Lena Büter

Der erste Bus mit den Teilnehmern

Ich fühlte mich sehr gut vorbereitet, als das Abenteuer dann endlich los ging und der erste Bus mit den Teilnehmern in unserem Camp ankam. Pro Woche erwarteten wir jedes Mal rund 60 Teilnehmer, die entweder mit dem Bus oder dem eigenen Auto anreisten. Einige Teilnehmer hatten auch einen Flug gebucht und wurden dann von einem, von dem Kanu Trip, organisierten Shuttle zu unserem Camp gefahren.  

Zunächst gab es eine kurze Begrüßung, bei der wir erklärten, was die Regeln auf dem Campingplatz sind, wie sie sich zurechtfinden können und was den Umgang mit der Corona Situation angeht. 

Zum Glück berücksichtigten alle Teilnehmer die besondere Situation und hielten sich an die hygienischen Maßnahmen. Wir achteten darauf, dass überall auf dem Campingplatz Desinfektionsmittel verteilt waren und diese auch benutzt wurden. Zusätzlich wurden alle paar Stunden die gemeinsam genutzten Räume, wie Toiletten, Duschen und Küche, gründlich geputzt. Am Anreise- und Abreisetag, bei dem die Teilnehmer alle gemeinsam auf  dem Campingplatz übernachteten, kontrollierten wir, dass ein Abstand von zwei Metern zwischen den Zelten eingehalten wurde. 

Grundsätzlich bin ich überzeugt davon, dass der Kanu Trip eine sehr gute Möglichkeit ist, um in Corona-Zeiten sicher zu reisen. Denn eigentlich reist man nur mit seinem Freund oder  seiner Freundin an und ist daher auch nur unter sich. Sobald man mit dem Kanu aufs  Wasser geht, verteilen sich alle und man ist nur noch mit seinem Partner allein unterwegs. Dies liegt vor allem daran, dass die Seen in Schweden sehr weitläufig sind.  

Grundsätzlich bin ich überzeugt davon, dass der Kanu Trip eine sehr gute Möglichkeit ist, um in Corona-Zeiten sicher zu reisen.

Lena Büter

Nachdem die Teilnehmer die Umgebung erkundet und ihre Zelte aufgebaut hatten, gab es  ein weiteres Meeting mit uns. Zu diesem Zeitpunkt erklärten wir detailliert, wie man sich auf dem Wasser und in der Natur zu verhalten hat, wie man Kanu fährt und wie man mit  unserem Koch-Set seine Mahlzeiten zubereitet. Im Anschluss wurden die Kochsets, Goodiebags, sowie die gebuchten Essenspakete ausgehändigt. 

Der Beginn der Kanufahrt

Die Teilnehmer starteten einen Tag nach der Anreise, wann sie wollten. Einige wollten bereits früh morgens starten, um den ganzen Tag zu nutzen, andere wiederum schliefen  lange aus und gingen erst gegen Mittag auf das Wasser. Dadurch verteilten sich alle auf dem See und niemand hockte aufeinander. Das Tolle ist, dass man nur so viel Kanu fährt, wie man auch möchte. So kam es auch vor, dass Teilnehmer einen ganzen Tag lang kein  Kanu gefahren sind, sondern nur an ihrem selbst gewählten Anlegeplatz entspannen wollten.

Die ganze Woche über blieb ich am Campingplatz, um Fragen zu beantworten und im  Notfall zur Verfügung zu stehen. Durch die GPS Tracker, die jedes Team mitbekommt,  konnte ich kontrollieren, ob alles gut läuft oder ob es Probleme gab. Manchmal kam es vor, dass ein Paddel durchbrach und so musste ich zeitnah mit dem Auto kommen und Ersatz  bringen.  

Der Kanu Trip ist eine tolle Chance, all die Sachen mal zu machen, für die man sonst keine Zeit hat.

Lena Büter

Ein paar Mal kam es auch vor, dass sich Teilnehmer nicht gut fühlten und den Kanu Trip abbrechen wollten. Solche Situationen stellten dann zwar eine Herausforderung, aber  eigentlich kein Problem dar. Wir haben versucht, alles was die Teilnehmer wollten, umzusetzen. In einem solchen Fall konnte ich nur die verschiedenen Möglichkeiten nennen. Aber auch ohne Kanu fahren, gibt es genug Alternativen, seine Zeit zu verbringen.  Schweden bietet beispielsweise wunderschöne Wanderwege durch die angrenzenden Wälder. 

In meiner Freizeit habe ich das auch oft genutzt. Ich bin viel im Wald joggen oder spazieren  gegangen, in der Hoffnung vielleicht mal einen Elch zu sehen. Allerdings gibt es auch sehr viele Naturparks, die man besuchen kann und bei denen man die Möglichkeit bekommt, Elche zu beobachten. Ansonsten habe ich es auch einfach mal genossen, komplett abzuschalten und nichts zu tun. Der Kanu Trip ist eine tolle Chance, all die Sachen mal zu machen, für die man sonst keine Zeit hat. Ich habe unter anderem endlich mal wieder seit Jahren Bücher gelesen. So war auch das Feedback der Teilnehmer.  

Manche, die am Anfang der Woche noch gestresst wirkten, kamen am Ende total entspannt wieder.

Lena Büter

Nach einer Woche kamen diese wieder und erzählten mir, was ihre schönsten Momente und Highlights waren. Viele genossen es, die  Zeit mit ihrem Partner/in zu verbringen, einfach mal das Handy an die Seite zu legen, der  Natur zu lauschen und am Ende des Tages am Lagerfeuer mit Marshmallows zu sitzen und den Sonnenuntergang zu beobachten. Genau das konnte ich auch in ihren Gesichtern sehen: Manche, die am Anfang der Woche noch gestresst wirkten, kamen am Ende total entspannt wieder.

Natürlich spielte auch das Wetter eine entscheidende Rolle und bestimmte stark die Stimmung. In Schweden kann man nun mal keine 35 Grad im Sommer erwarten und es kommt auch hin und wieder mal vor, dass es regnet. Bei Regen und Wind Kanu zu fahren macht oft keinen Sinn, da es unheimliche Kraft braucht, um voran zu kommen. Ich habe die Teilnehmer unter der Woche immer über das Wetter informiert und an Regentagen  vorgeschlagen, eine Pause einzulegen. Gerade solche Tage machen den Kanu Trip zu einem richtigen Erlebnis: Den ganzen Tag im Zelt liegen, dem Regen zuhören und mit seinem Partner oder seiner Partnerin quatschen oder auch einen langen Spaziergang im Wald machen und anschließend im See schwimmen gehen.  

Der letzte Tag und Abend

Am letzten Tag konnten sich alle Teilnehmer wieder auf dem Campingplatz auf die Abreise  vorbereiten. Für Viele, die sich nicht getraut haben im See zu baden, war die Dusche das erste Ziel, was sie ansteuerten. Während einige Teilnehmer noch wandern gingen oder Spiele spielten, bereitete ich mit dem anderen Ranger schon alles für die neuen Teilnehmer vor. Das gesamte Kanu Equipment musste desinfiziert und die neuen Essenspakete, sowie Goodiebags gepackt werden.  

Zudem organisierten wir, je nach Wetterlage, ein gemeinsames Grillen oder Pizza essen im Restaurant, für das sich diejenigen, die Lust hatten, anmelden konnten.  

Es war schön zu sehen, dass wir so ein starkes Gemeinschaftsgefühl mit dem Kanu Trip kreieren konnten.

Lena Büter

Am letzten Abend beobachtete ich die Teilnehmer oft, wie sie gemeinsam am Lagerfeuer saßen und sich unterhielten. Besonders glücklich machte es mich, dass es sogar Teilnehmer gab, die sich auf dem Kanu Trip ineinander verliebten und ihre Nummern austauschten, um in Kontakt zu bleiben. Teilweise hatten sich auch neue Freunde gefunden und es war schön zu sehen, dass wir so ein starkes Gemeinschaftsgefühl mit dem Kanu Trip  kreieren konnten.

Gleich am nächsten Tag kamen früh morgens die neuen Teilnehmer an und alles ging von vorne los. Wir achteten darauf, dass die alten und neuen Teilnehmer, die nun für ein paar  Stunden zeitgleich auf dem Campingplatz waren, voneinander getrennt wurden. So stellten die Neuen ihre Zelte in einem anderen Bereich auf, damit kein Chaos entstand. 

Die Abreise und die neuen Teilnehmer

Bevor die alten Teilnehmer gegen Nachmittag wieder in den Bus stiegen, kontrollierten wir von allen die Temperatur. Zusätzlich musste während der Busfahrt die Maske getragen werden.  

Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl, die Leute zufrieden zurück fahren zu sehen. Während ich erleichtert war, dass alles reibungslos in der Woche verlaufen war, freute ich mich schon wieder auf die neuen Kandidaten.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein großartiger Sommer mit einzigartigen Erlebnissen und tollen Erinnerungen war. Ich freue mich jetzt schon, beim nächsten Kanu Trip wieder mit dabei zu sein!